Mach Mit

Einsatzstatistik

Einsatzstatistik

Imagefilm

imagefilm homepage animiert

130 Einsatzkräfte am Rhein im Einsatz

fireman avatar

Am Abend des Nikolaustages um 22:22 Uhr wurden beide Abteilungen der Feuerwehr Rheinstetten sowie zahlreiche weitere Einsatzkräfte verschiedenster Hilfsorganisationen aus dem Landkreis Karlsruhe und der umliegenden Region zu einem umfangreichen Wasserrettungseinsatz an den Rhein bei Neuburgweier alarmiert. Die Notrufmeldung sprach von einem Verkehrsunfall, bei welchem ein Fahrzeug in Höhe des Zollhauses in den Rhein gefahren sei. Zudem wurde zunächst von mehreren Personen im Wasser beziehungsweise im Fahrzeug gesprochen. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte bestätigte sich, dass ein Pkw aus bislang ungeklärter Ursache in den Rhein geraten war. Aufgrund der starken Strömung, die das Fahrzeug erfasste, sank dieses innerhalb kurzer Zeit ab und kam unter Wasser in Höhe des Rheinkiosks zum Liegen. Nach Rückmeldung der Einsatzleitung befand sich eine Person im Fahrzeug, dessen Lichtkegel unterhalb der Wasseroberfläche deutlich sichtbar waren. Fünf weitere gemeldete Personen konnten im Laufe des Einsatzverlaufs als unbeteiligte Passanten identifiziert werden - sie standen nicht in Verbindung zum verunfallten Fahrzeug und befanden sich glücklicherweise auch nicht im Wasser.

 Aufgrund der Einsatzlage waren zahlreiche Wasserrettungseinheiten von DLRG und Feuerwehr alarmiert worden. Zahlreiche Boote, sowohl aus Baden-Württemberg aber auch aus der Pfalz fuhren die Einsatzstelle von beiden Seiten an. Erste Versuche der Feuerwehr das Fahrzeug gesichert in Überlebensanzügen zu erreichen, mussten aufgrund der extremen Strömungsverhältnisse aus Eigenschutz abgebrochen werden. Im weiteren Einsatzverlauf beteiligten sich auch Strömungsretter und Einsatztaucher der DLRG, die im Wasser nach der im Fahrzeug befindlichen Person suchten, jedoch ebenfalls aufgrund der Strömung nicht an das Fahrzeug herankamen. Parallel wurde landseitig die maschinelle Zugeinrichtung des Hilfeleistunglöschgruppenfahrzeuges vorbereitet, um mögliche technische Rettungsmaßnahmen zu unterstützen. Die Einsatzstelle wurde indessen von der Drehleiter und der Beleuchtungskomponente ausgeleuchtet. Die Einsatzleitung koordinierte die große Anzahl an beteiligten Kräften aus verschiedenen Organisationen und zwei Bundesländern über mehrere Abschnitte. Aufgrund der fortlaufenden Rettungsarbeiten wurde der Schiffsverkehr der stark befahrenen Schifffahrtsstraße vorübergehend eingeschränkt und später durch die zuständigen Behörden wieder freigegeben. Im Verlauf des Abends leitete ein Team der DLRG einen letzten Rettungsversuch auch unter Zuhilfenahme eines Tauchroboters ein. In Absprache aller beteiligten Organisationen wurde der Einsatz abgebrochen, da ein direktes Vorgehen insbesondere wegen der Licht- und Strömungsverhältnisse nicht möglich war. Daraufhin verließen alle Boote nacheinander das Wasser, und die Einheiten traten den Rückweg zu ihren jeweiligen Standorten an.

Der Einsatz erstreckte sich über mehrere Stunden und erforderte den koordinieren Einsatz von rund 130 größtenteils ehrenamtlichen Einsatzkräften. Die Feuerwehr Rheinstetten war mit acht Fahrzeugen vor Ort. Neben spezialisierten Einheiten des DLRG Nordhardt und Südhardt, kamen auch die Feuerwehren Au am Rhein, Karlsruhe und Eggenstein-Leopoldshafen, sowie die Feuerwehren Hagenbach und Wörth aus Rheinland-Pfalz zum Einsatz. Zur Betreuung der Augenzeugen wurde das Team der PSNV (Psychosoziale Notfallversorgung) verständigt. Ebenfalls im Einsatz befanden sich die Wasserschutzpolizei, der Verkehrsunfalldienst, zwei Streifenwagen, zwei Rettungswagen, ein Notarztfahrzeug und ein organisatorischer Leiter, sowie die Drohnenstaffel des ASB. Der stellvertretende Kreisbrandmeister Bernd Molitor machte sich vor Ort ein Bild der Lage. Die letzten Einsatzkräfte der Feuerwehr Rheinstetten verließen gegen 2:30 Uhr das zentrale Feuerwehrhaus, nachdem die Einsatzbereitschaft wiederhergestellt und das aufgrund der Witterung verschlammte Material gereinigt war. Im Verlauf des Sonntags konnte das Fahrzeug von einem Baggerschiff schlussendlich erfolgreich geborgen und ans Ufer verbracht werden.

Die Feuerwehr Rheinstetten dankt allen beteiligten Organisationen für die professionelle und engagierte Zusammenarbeit bei diesem anspruchsvollen Wasserrettungseinsatz unter schwierigen Bedingungen.